gnip-gnop: Sprechduette

 

Julia Trompeter und Xaver Römer werden konkret.

 

Kühn, verwirrend, dramatisch, mitreißend.

 

 

 


© Robert Wöbke.

             


Sprechduette eine Innenansicht (PDF)






Die Sprechduette sind mitreißende Lieder in Sprache, sind mal Dia, mal Mono, oft logisch, immer aber betörend, sind mal buntes Durcheinander wie vorm samstäglichen Kaufhof, mal andächtige Beschwörung.


Die Sprechduette entstehen in dieser Form seit Herbst 2009. Sie sind ein arrangiertes, teils dialogisches, teils polyphones Sprechen, welche der Erfahrung folgen, daß Wahrnehmung häufig weder stringent noch eindimensional „passiert“, sondern eher aus verschiedenen Eindrücken wählt und ihr Gesamtbild zusammensetzt. Die Zuhörer, die zwei separate Stimmen hören, ergänzen die Texte selbst zu einem Ganzen, wobei sie mal frei, mal gezwungen sind, der einen oder der anderen Stimme mehr zu folgen. So ergibt sich ein Spiel von Aufmerksamkeiten.

 



Ein großes Thema sind Montagen: Zusammenstellungen von Zitaten, Exzerpte aus Auffälligem, auffällig geworden Alltägliches oder alltägliche Äußerungen Auffälliger. Alltägliches findet sich auf der Straße, in Sprichwörtern oder gewöhnlichen Redewendungen, in der Zeitung oder im Internet. Alltäglich ist, was sich „versendet“, mediatrivial formuliert. Auffällige oder -ges sind Träger bedeutender Namen: Wagner etwa oder Schröder, der Architekt des Sony-Centers am Potsdamer Platz Helmut Jahn oder der Künstler Jean Tinguely.


 

 

 

 

Der deutschen Sprache wird gerne unterstellt, sie sei wenig melodisch, eigne sich dafür aber, vor allem ihrer Möglichkeit zur Kompositaschlangenbildung wegen, hervorragend zum Amtssprachenschimmelreiter. Wir sagen, das hängt von der jeweiligen Vorstellung der Amtssprachenschimmelreiterkompositaschlangenbildung ab.

Und das mit der Melodik ist ein Phantom.

 

 

Julia Trompeter und Xaver Römer zu Gast im Literatursalon Mitte (Berlin) mit dem Gastgeber Martin Jankowski. Die zugehörigen Fotos machte Robert Wöbke.